27,6 Prozent aller Studierenden sind AusländerInnen

  • Größter AusländerInnen-Anteil an Privatuniversitäten
  • Rund 2/3 der ausländischen Studierenden aus dem EU-Ausland
  • Deutschland liegt deutlich an der Spitze der TOP-10 Herkunftsländer
  • Jede/r vierte/e Absolvent/in an öffentlichen Unis hat ausländische Staatsbürgerschaft
  • EU-Vergleich: Österreich ist ein beliebter StudienortIm Oktober endet für viele StudentInnen in Österreich die vorlesungsfreie Zeit. Im vergangenen Wintersemester besaßen von den insgesamt 370.600 Studierenden mehr als 102.000 Personen einen ausländischen Pass. Das entspricht einem Anteil von 27,6 Prozent. Im Jahr zuvor war dieser Anteil mit 27,1 Prozent nur geringfügig niedriger.

    Etwa 2/3 aller ausländischen Studierenden sind dabei EU-BürgerInnen, der Großteil von ihnen kommt aus Deutschland. Im EU-Vergleich zeigt sich, dass Österreich den vierthöchsten Anteil von mobilen Studierenden aufweist. Anlässlich des Studienbeginns wirft die Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf die ausländischen Studierenden in Österreich.

    Mehr als 102.000 ausländische Studierende an Unis

    Im Wintersemester 2016/17 studierten 102.267 Personen mit einem ausländischen Pass an einer österreichischen Hochschule. Das entspricht einem AusländerInnen-Anteil von 27,6 Prozent an allen Studierenden.

    Die meisten von ihnen, nämlich 88.601 Personen, waren an einer öffentlichen Universität inskribiert. Wirft man einen Blick auf die vergangenen Jahre zeigt sich, dass die Zahl der ausländischen Studierenden an den öffentlichen Universitäten kontinuierlich anstiegen ist. Einzig im Wintersemester 2001/02 – nach der Einführung der Studiengebühren – gab es einen Rückgang. So waren im Wintersemester 2000/01 35.749 AusländerInnen an einer öffentlichen Universität inskribiert, ein Jahr später waren es 32.249. Bis zum Wintersemester 2016/17 stieg die Zahl um 148 Prozent.

    Entsprechend stieg der AusländerInnen-Anteil an öffentlichen Universitäten: Hatten im Wintersemester 2000/01 14,7 Prozent der Studierenden einen ausländischen Pass, waren es zehn Jahre später 22,6 Prozent und im vergangenen Wintersemester 28,7 Prozent.

     

     

    Deutlich höher ist der AusländerInnen-Anteil an den heimischen Privatuniversitäten: Von den insgesamt 12.201 Studierenden hatten im Wintersemester 2016/17 5.076 einen ausländischen Pass. Das entspricht einem Anteil von 41,6 Prozent. An den Fachhochschulen lag der Anteil der AusländerInnen bei 17,2 Prozent.

    Rund zwei Drittel aus EU-Ausland

    Die Mehrheit von den ausländischen Studierenden stammt aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat, nämlich 68.247 Personen bzw. 66,7 Prozent aller ausländischen Studierenden. 34.020 Studierende bzw. 33,3 Prozent sind Drittstaatsangehörige.

     

    Auch an den öffentlichen Universitäten, wo insgesamt 88.601 ausländische Studierende inskribiert sind, und den Fachhochschulen (insgesamt 8.590 ausländische Studierende) sind rund 2/3 der AusländerInnen aus der EU. An den heimischen Privatuniversitäten sind mit einem Anteil von 70,7 Prozent an den 5.076 AusländerInnen noch etwas mehr EU-AusländerInnen als Drittstaatsangehörige inskribiert.

     

     

    Jede/r vierte/r Absolvent/in hat ausländische Staatsangehörigkeit

    Im Wintersemester 2015/16 wurden an öffentlichen Universitäten insgesamt 35.864 Studienabschlüsse erworben. 26.823 dieser AbsolventInnen waren dabei inländische Studierende, 9.041 ausländische Studierende. Damit besitzt jede/r vierte/r Absolvent/in eine ausländische Staatsangehörigkeit.

    Noch vor zehn Jahren, im Wintersemester 2006/07, betrug der AusländerInnen-Anteil an den AbsolventInnen 14,3 Prozent. Seither steigt der Anteil kontinuierlich an – in zehn Jahren um 10,9 Prozentpunkte.

    Deutschland auf Platz eins der Herkunftsländer

    Im Wintersemester 2016/17 studierten mehr als 30.000 deutsche Staatsangehörige an einer öffentlichen Universität. Damit liegt Deutschland deutlich vor Italien mit rund 9.000 und Bosnien-Herzegowina mit 4.000 Studierenden. Weitere größere Studierenden-Communities stellen die Türkei (3.399), Kroatien (2.903), Ungarn (2.639) und Serbien (2.575).

     

    Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an öffentlichen Universitäten im Wintersemester 2016/17

    Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an öffentlichen Universitäten im Wintersemester 2016/17, Quelle: BM.WFW, eigene Darstellung

    Ähnlich sieht die Reihenfolge an den österreichischen Fachhochschulen aus: Nach deutschen (3.499) und italienischen (596) Studierenden folgen UngarInnen (461). Allerdings finden sich die Türkei, Bulgarien und der Iran nicht mehr auf der Liste der Top 10, stattdessen sind UkrainerInnen (218), SlowakInnen (194) und PolInnen (151) häufiger an den Fachhochschulen vertreten.

     

    Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an Fachhochschulen im Wintersemester 2016/17

    Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an Fachhochschulen im Wintersemester 2016/17, Quelle: BM.WFW, eigene Darstellung

     

    Die Top 10 der ausländischen Studierenden an Privatuniversitäten unterscheiden sich von jenen an den öffentlichen Universitäten bzw. an den Fachhochschulen: So liegen zwar auch hier Deutschland (2.247) und Italien (401) an der Spitze, danach folgen jedoch Slowenien (259), China (175), die Russische Föderation (123) und die Vereinigten Staaten (118).

    Dabei zeigt sich sowohl bei den US-amerikanischen Studierenden als auch bei den ChinesInnen ein klarer Trend bezüglich Studienrichtung: Allein an der MODUL University Vienna, die den Bereich Tourismus und Hospitality Management abdeckt, studieren 101 ChinesInnen. 85 der US-amerikanischen Studierenden sind an der in der USA gegründeten Webster Vienna Private University eingeschrieben. Ein deutlicher Trend zeigt sich auch bei den 76 südkoreanischen Studierende, die auf Platz zehn der Liste liegen: 50 von ihnen studieren an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.

    Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an Privatuniversitäten im Wintersemester 2016/17Top 10 der Herkunftsstaaten ausländischer Studierender an Privatuniversitäten im Wintersemester 2016/17, Quelle: BM.WFW, eigene Darstellung

     

    EU-Vergleich: Österreich attraktiver Studienort

    In Österreich liegt der Anteil der Studierenden im Tertiärbereich (über die Matura hinausgehende Ausbildungen), die die Sekundarstufe im Ausland abgeschlossen haben, bei 15,9 Prozent. Damit hat Österreich EU-weit den vierthöchsten Anteil von mobilen Studierenden. Höher liegt der Anteil nur in Luxemburg (45,9 Prozent), im Vereinigten Königreich (18,5 Prozent) und in Zypern (17,5 Prozent).

     

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