AK fordert

Chancen für Beschäftigte im Handel / Anerkennung ausländischer Abschlüsse verbessern / Gleiche Aufstiegschancen

Für ArbeitnehmerInnen, etwa  aus der Türkei sind die Handelsunternehmen oft die ersten Arbeitgeber. Etwa 75.000 Menschen, die im Handel beschäftigt sind, sind im Ausland geboren, davon etwa 40 Prozent in der Türkei, so eine Studie im Auftrag der AK. „Viele dieser Beschäftigten waren in ihrem Herkunftsland hoch qualifiziert, aber ihre Abschlüsse werden nicht anerkannt. Das muss sich verbessern“, fordert AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich der Veranstaltung von AK und Gpa-djp „Karrierechancen im Handel“ heute (Mittwoch, 27.01.2010, 14 Uhr, AK Bildungszentrum).

Der Handel bietet geraden ArbeitnehmerInnen, mit Wurzeln im Ausland den Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Doch für viele ist es ein Start unter schwierigen Bedingungen. Jeder zweite dieser Beschäftigten im Handel ist mit seinem Einkommen unzufrieden, insbesondere für Teilzeitbeschäftigte reicht das Einkommen kaum zum Leben aus. Und: Immer mehr Beschäftigte im Handel haben nur eine Teilzeitstelle, obwohl sie gerne Vollzeit arbeiten wollen: Laut der AK Studie ist mehr als jeder fünfte  der Beschäftigten mit Wurzeln im Ausland ist unfreiwillig „nur“ Teilzeit beschäftigt. Bei den Aufstiegschancen im Beruf müssen ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund oft hintan stehen: Nur 2 Prozent haben eine Führungsposition gegenüber 13 Prozent der im Handel beschäftigten ÖsterreicherInnen.  Nur 17 Prozent sind dementsprechend mit ihren Aufstiegsmöglichkeiten zufrieden. Dabei werden speziell die Einwanderer der ersten Generation überqualifiziert beschäftigt. Nur 20 Prozent der im Ausland geborenen Akademiker üben einen Beruf aus, der ihrer Ausbildung entspricht. In Sachen Aus- und Weiterbildung müssen die Handelsunternehmen müssen nachsitzen. Unter den Handelsbeschäftigten haben 20 Prozent eine Pflichtschulabschluss, 62 Prozent eine Lehre.

Was fordert die AK:

• Die Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen muss erleichtert werden (Erleichterungen bei Nostrifikationen und Entwicklung von Systemen und Pilotprojekten zur Anerkennung von nichtformalen Kenntnissen und Kompetenzen)

• Diskriminierungen im Betrieb müssen wirkungsvoll verhindert werden damit MigrantInnen die gleichen Weiterbildungs- und vor allem Aufstiegsmöglichkeiten haben, dazu sollte

• Es muss ein „Gleichbehandlungsmonitoring“ für den Handelssektor als Instrument für BetriebsrätInnen zur Erkennung und Vermeidung von Diskriminierung entwickelt werden.

  Wer Vollzeit arbeiten will, sollte möglichst auch Vollzeit bekommen. Bei Neu und Nachbesetzungen muss künftig mehr auf die Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten eingegangen werden.

• Bessere Ausbildung im Handel soll die Zukunft der Handelsbeschäftigten sichern. Für eine bessere Ausbildung müssen die Berufschulzeiten ausgeweitet werden.

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