Buch: „Der ewige Sündenbock“

WIEN(yenivatan.at).  Im Buch „Der ewige Sündenbock“ klärt Tilman Tarach auf Basis einer detaillierten Quellrecherche mit grotesken Pseudofakten über Israels Schuld am Nahostkonflikt auf. Tarach zeigt ein der Öffentlichkeit unbekanntes Palästina vor der Staatsgründung Israels, ein Palästina, das definitiv nicht durch ein friedliches Zusammenleben zwischen Juden und Arabern geprägt ist. „Der ewige Sündenbock“ legt dar, dass der Nahostkonflikt nichts mit der Staatsgründung Israels, nichts mit dem Gazastreifen, nichts mit der Westbank oder Jerusalem zu tun hat.

Das Buch beginnt mit einem Blutbad: das Massaker von Hebron, das am 23. August 1929 mindestens 133 Juden das Leben kostete und das durch die Evakuierung der Angehörigen im Anschluss Hebron „judenrein“ machte. Eines von vielen Beispielen der Grausamkeiten, die die Geschichte von Palästina prägen.

Des weiteren räumt der promovierte Jurist mit den romantisierenden Klischees, von palästinensischen Opfern und deren Befreiungskampf auf der einen und den israelischen Unterdrückern auf der anderen Seite auf.

Besonders hervorzuheben ist die Erörterung des Gegensatzes von Antisemitismus und Antizionismus von Tarach. Die öffentliche Meinung über die Gräueltaten, die den Juden im Holocaust zugefügt worden sind, geht Hand in Hand mit der Solidarität mit den unter Hitler getöteten Juden – Trauer, Mitleid und Bedauern sind die gängigsten Reaktionen darauf. Die Vergangenheit scheint die Öffentlichkeit mehr zu rühren als die Gegenwart, denn der Autor argumentiert, der Zionismus als Bestreben, einen wehrhaften jüdischen Staat zu gründen und zu bewahren, wird beargwöhnt.

Der Autor schreibt verständlich und auf eine kühle Art und deckt so manche Mythen, die im kollektiven Gedächtnis als Fakten verankert sind, auf. So zeigt Tarach auch, dass, durch die Wiederbelebung der „Protokolle der Weisen von Zion“ durch Amin el-Husseini (1893-1974), einem Ideenstifter von palästinensischen Terrororganisationen, dieser auch heute noch großen Einfluss hat.

„Der ewige Sündenbock“ deckt glaubwürdige Lügen und Widersprüche des komplizierten Nahostkonflikts in einer verständlichen Art und Weise auf.

Tilman Tarach: »Der ewige Sündenbock. Israel, Heiliger Krieg und die ›Protokolle der Weisen von Zion‹«. Edition Telok, Freiburg und Berlin 2016, 336 S., 19,80 €

 

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