Die Gier der Menschen – der Anfang vom Ende?

Dem Bemühen der Menschen nach schnellem Reichtum und der Kreativität mit ausgefallenen Geschäftsideen und manchen Tricks, um schnelles Geld zu machen, sind offenbar keine Grenzen mehr gesetzt. Kein Tag vergeht, an dem wir nicht über gewiefte Methoden im Internet hören, deren einziges Ziel es ist, Menschen abzuzocken. Ganze Vertriebstruppen von Finanzberatern haben uns in den letzten Jahren erklärt, wie sicher eine Anlage bei ihnen sei. Das Ergebnis kennen wir.

Ja die Gier macht auch vor an sich schon privilegierten Einkommensschichten nicht halt. So versuchte jüngst ein Zahnarzt aus Baden, für einen wohl abgesagten Termin einer seiner Patientinnen einen Betrag von 150,- Euro – für das Warten (!) – zu verrechnen, mit dem Argument, dass sie ja den Termin leider erst am selben Tag abgesagt habe und nicht 24 Stunden vorher.

Man kann sich nicht erwehren, man bekommt in letzter Zeit das Gefühl, manchen Menschen geht es gar nicht mehr um die Sache, sondern sie machen diesen oder jenen Job oder gehen in die Politik nur deshalb, weil man da schnell zu Geld kommt, weil man dort an den richtigen Schaltstellen sitzt. Vergessen sollten all diejenigen nicht, dass es sich um Geld der Steuerzahler oder der Bank- oder Finanzkunden handelt. „Kohle machen” – ein geflügeltes Wort bei den heute 20-Jährigen. Wenn das Beispiel des Zahnarztes aus Baden Schule macht, dann werden wir bald für einen abgesagten Termin beim Friseur oder Installateur ebenfalls unsere Rechnung bekommen. Vielleicht kommt es dann noch so weit, dass die Patienten und Installateurkunden ihrerseits eine Vereinbarung schließen, die diese Verrechnungsmodalität ausschließt. So weit sind wir schon in der heutigen Gesellschaft?

Haben Sie sich schon mal gefragt „Woran liegt das?” und „Wieso steuert die Gesellschaft in diese Richtung?” Möglicherweise sind unserer Gesellschaft die Werte wie soziale Zufriedenheit, Gemeinschaft und entsprechende Vorbilder abhanden gekommen. Es zählt nur mehr das große Geld und die, die es haben, müssen es zunehmend verstecken und die, die es nicht haben, sind unglücklich, weil sie es nicht geschafft haben. Erschreckend sind oft Diskussionen von Jugendlichen oder Menschen  Mitte 20 mit anzuhören – alles dreht sich nur um Geld. Steckt da nicht ein gewisser Konsumzwang dahinter?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist schon ein Phänomen, wenn junge Menschen mit einem durchschnittlichen Gehalt ihr Leben nicht bestreiten können, weil die Konsumausgaben mehr als das Gehalt ausmachen. Auf der anderen Seite gibt es Firmenkapitäne, die alles rationalisieren möchten – so auch noch das Klopapier –, nur um den Profit zu erhöhen, mit dem einzigen Hauptziel, dass seine persönliche Bonifikation möglichst hoch ausfällt. Denken Sie nur an das Management von den meisten US-Versicherern oder Banken, die zuerst mit Steuergeldern am Leben gehalten werden mussten und wenn sie sich dann erholt haben, sich das Management Milliardenbeträge an Prämien und Bonifikationen auszahlt.

Wie war das früher, es hat doch immer Fabrikanten, wohlhabende Geschäftsleute gegeben. Der Unterschied war, dass diese aufgrund der meist produzierenden Unternehmen viele Menschen beschäftigten. Demgegenüber gibt es heute es immer mehr so genannte virtuelle Unternehmen (z.B. Internetfirmen), die gigantische Firmenwerte am Papier ausweisen und mit wenigen Menschen auskommen.

Es ist doch bezeichnend, dass die produzierenden Unternehmen kurzarbeiten und Mitarbeiter abbauen müssen, während Broker und Banken Mitarbeiter für Termingeschäfte suchen.

Wo bleibt da der einzelne Mensch?

Wohin diese Entwicklungen führen, sehen wir in asiatischen und lateinamerikanischen Ländern – das Vermögen wird unter den 8% der Reichsten verteilt, der Rest der Bevölkerung fristet an bzw. unter der Armutsgrenze.

Möglicherweise liegt es an den fehlenden Werten, wenn nur mehr das Geld der Schlüssel zum Erfolg ist, dann geht es mit unserer Gesellschaft bergab. Die meisten von uns hatten doch in jungen Jahren auch nicht viel Geld, aber wir haben doch alle Aktivitäten mitgemacht – mit wenig bis gar keinem Geld – und es war lustig und hat Spaß gemacht. Jeder Einzelne sei hiermit aufgefordert, mal darüber nachzudenken.

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