Ekrem Dag: „Fußball ist kein Krieg der Nationen“

Der türkischstämmige Fußballspieler der österreichischen Nationalmannschaft, Ekrem Dag meint, dass falls er im Qualifikationsspiel gegen die Türkei trifft, seine Reaktion der von Mesut Özil ähnlich wird.

Bald wird der österreichische Rechtsverteidiger Ekrem Dag, der in dem türkischen Bundesliga für Besiktas JK spielt, ein ähnliches Spiel wie Mesut Özil erleben müssen. Er spielt nämlich für Österreich, der in der selben Qualifikationsgruppe mit der Türkei ist. Schon jetzt denkt er über das Spiel im März nach. Er weiss noch nicht, wie er sich in dem Moment fühlen wird, falls er gegen die Türkei trifft.  „Wahrscheinlich werde ich ähnlich wie Özil meine Reaktion auf das Tor nicht übertreiben. Denn wie der Mesut es auch betont hat, ist die Türkei das Land meiner Vorfahren, und in meinen Venen fließt türkisches Blut. Man soll aber Fußball nicht wie ein Krieg zwischen zwei Nationen betrachten. Keiner kümmert sich mehr darum, welche Vorfahren ein Spiler hat, und zu welcher Rasse er gehört. Schließlich bin ich ja in Österreich geboren, in Österreich aufgewachsen, meine Fußballbildung in Österreich bekommen und spiele für die österreichische Nationalmannschaft“ so Dag. Der erfahrungsvolle Spieler machte auch darauf  aufmerksam, dass er von der türkischen Nationalmannschaft keinen Angebot bekommen hat, und für ihn ist die eine oder die andere wahl reine Ansichtssache. „ Das ist nur eine Frage der Enrscheidung. Ich habe mich für das österreichische Trikot entschiden, und Özil das deutsche. Vor allem werden wir ein ganz spannendes Spiel gegen die Türkei spielen. Ehrlich gesagt, werde ich sicher schwierige Gefühle haben. Was das Spiel Türkei gegen Deutschland betrifft, kann ich nur sagen, dass die Reaktionen der türkischen Fans auf Mesut Özil übertrieben waren“.

Dag ist der Ansicht, dass alle ihre eigene Entscheidungen für sich selbst treffen. Für ihn ist jeder seines Glückes Schmied. Man sehe das auch im Beispiel von Mesut Özil: „Wenn der Mesut sich nicht für die deutsche Nationalmannschaft entschieden hätte, könnte er vielleicht heute nicht in Real Madrid spielen. Seine Leistung mit der deutschen Nationalmannschaft in der WM hat ja ihn ausgezeichnet. Wenn das seine Entscheidung ist, dann müssen wir ihn respektieren. Dasselbe gilt für mich. Nachdem ich in Besiktas erfolgreich geworden bin, habe ich ein Angebot aus der österreichischen Nationalmannschaft bekommen. Sowohl im Spiel in Österreich, als auch im Spiel in der Türkei müssen die Fans darauf aufpassen, dass sie sich vernünftig verhalten. Heute spielen in manchen Nationalmannschaften brasilianische Spieler. Die Türken können genau so in Nationalmannschaften europäischer Länder spielen. Da ist nichts abzulenhnen. Die Welt verändert sich, und die Fußballwelt auch“.

yenivatan.at

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