Jüdische – christliche – muslimische Lebenswelten der Donaumonarchie 1848 – 1918

Buch Rezension

Dieser Band von Rupert Klieber, Professor am Institut für Kirchengeschichte an der Universität Wien, beschäftigt sich mit den lebensweltlichen Umständen und sozialen Strukturen der einzelnen Konfessionen während der Habsburgermonarchie.

„Die gezielte Förderung der Konfessionen sollte sie gemeinsam zu Stützen der Gesellschaft machen und zeigen, dass es friedliches Nebeneinander verschiedener Traditionen möglich ist.“

Die verschiedenen Glaubensrichtungen im habsburgischen Vielvölkerstaat waren die drei christlichen Religionen (katholisch, ostkirchlich, evangelisch), das Judentum und der Islam. Klieber widmet jeder dieser fünf Konfessionen ein eigenes Kapitel und schildert lebensweltliche Aspekte innerhalb der Donaumonarchie. Untermalt werden diese Beschreibungen und Forschungen anhand von insgesamt 75 Abbildungen, die die verschiedenen religiösen Gruppen bei der Ausübung traditioneller Feste oder anderen Begebenheiten zeigen.

Klieber verdeutlicht mit diesem Band einerseits die Schwierigkeiten, andererseits aber auch das Funktionieren von multireligiösem Zusammenleben in einem Staat: „Alles in allem kann somit wohl der Schluss gewagt werden, dass die positiven Effekte des Faktors „Religion“ im Alltag der Habsburgermonarchie zwischen 1848 und 1918 überwogen.

Die Religionsgemeinschaften bildeten ihre wohl alltagsrelevantesten „Sinnprovinzen“. Ohne sie wären ihre Länder kulturell ärmer und sozial kälter gewesen; und sie hätten unter den sozialen Spannungen und überhitzten Nationalismus der Zeit wohl noch heftiger leiden müssen, als sie dies auch mit ihnen taten.“

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