MR. BLACKBERRY ist Türke?

Mike Lazaridis, geboren am 14. März 1961 in Istanbul, Türkei, ist Gründer und Co-CEO von der Firma RIM (Research In Motion). RIM ist jene Firma, die das „BlackBerry“ Mobiltelefon entwickelt und produziert. Lazaridis ist Schweizer Staatsbürger und arbeitete früher für die Schweizer Investitionsagentur. Im vorigen Jahr hat auch die türkische Agentur für Unterstützung fremder Investitionen, Mike Lazaridis die türkische Staatsbürgerschaft angeboten.

Als Sohn von einer türkisch-griechischen Familie im Bezirk Pangalti in Istanbul geboren, zog er mit1966 mit seinen Eltern nach Windsor, Kanada.  Schon im Alter von zwölf Jahren gewann er einen Preis dafür, dass er jedes sich um das Themenfeld Physik drehende Buch in der Bibliothek seiner Schule gelesen hatte. 1979 begann er an der Universität Waterloo Ingenieurwesen, mit Schwerpunkt Informatik, zu studieren. Im Jahre 1984 akzeptierte er ein Jobangebot von General Motors und brach somit kurz vor dem Abschluss sein Studium ab. Wenig später gründete er, mit moderater Hilfe der Regierung und seiner Familie, mit seinen Kollegen Mike Barnstijn und Douglas Fregin die Firma RIM. Diese entwickelte später das phänomenale Mobiltelefon Blackberry.

Lazaridis ist Schweizer Staatsbürger und arbeitete früher für die Schweizer Investitionsagentur. Im vorigen Jahr hat auch die türkische Agentur für Unterstützung fremder Investitionen, Mike Lazaridis die türkische Staatsbürgerschaft angeboten. Dies wurde sowohl von Lazaridis, als auch von der türkischen Regierung als äußerst positiv empfunden. Man wollte damit erreichen, dass Lazaridis in die Türkei investiert, beziehungsweise Investitionen in der Türkei unterstützt.  Zunächst musste die Erwerbung der Staatsbürgerschaft aufgrund des verpflichtenden Militärdienstes verschoben werden. Dies hatte wiederum eine Verzögerung des geplanten Forschungs- und Entwicklungsprojekts zur Folge.  Die Gespräche im Vorjahr mit Lazaridis fielen sehr positiv aus und der Gründer von RIM äußerte sich selbst auch willig für eine türkische Staatsbürgerschaft. Seitens der Türkei bemüht man sich noch, dass die Problematik bezüglich des Militärdiensts gelöst wird. Alpaslan Korkmaz, Präsident der Agentur zur Unterstützung fremder Investitionen, ist sich sicher, dass die Türkei von einer türkischen Staatsbürgerschaft durch Lazaridis nur profitieren kann. „ Es ist an sich schon ganz wichtig, dass Herr Lazaridis, seine Istanbuler Herkunft deklariert. Das hat unheimlich viele positive Einflüsse auf das internationale Image der Türkei. Außerdem besitzt Blackberry eine kleine Forschungs – und Entwicklungsinstitution in Europa. Nun planen wir eine größere Institution in der Türkei zu errichten und in Gang zu bringen. Dieses Angebot haben wir auch weitergeleitet.“, so Korkmaz.

Diese Initiative türkischer Amtsträger wurde auch von den griechischen Medien thematisiert. Die griechische Tageszeitung „Ethnos“ hat in ihrer Ausgabe vom 12. September die Frage nach der Staatsbürgerschaft von Lazaridis behandelt. „Ethnos“  berichtete wie folgt: „während Griechenland noch mit den katastrophalen Folgen der Krise kämpfen muss, versucht die Türkei, den „techno Guru“ Lazaridis, den Erfinder und Hersteller des einzigartigen Mobiltelefon Blackberry, als „Ziehkind“ für sich zu gewinnen“.  „Während die griechische Regierung ausländische Investitionen anzulocken versucht, umarmt die Türkei den griechischen Giganten. Türkei bietet ihm eine Staatsbürgerschaft an und versucht, die Durchführung für die Entwicklung neuer Technologien zu fördern, in dem das Nachbarland zu dessen Wurzeln zurückkehrt“, so „Ethnos“.

Das Studium geschmissen – zwei Monate vor Abschluss

Marktbeobachter trauen es Mike Lazaridis durchaus zu, die Probleme energisch anzugehen und zu lösen. Denn nichts ist für den in der Türkei als Sohn türksichgriechischer Eltern geborenen Wirtschaftsführer wichtiger als wirtschaftlicher Erfolg. Für diesen schmiss er 1984 sogar das Ingenieurstudium – zwei Monate vor dem Abschluss. Mit dem Geld, das er bei General Motors als Konstrukteur von digitalen Anzeigetafeln verdiente, gründete er 1984 Research in Motion. Mit dem Erfolg des Blackberry wuchs auch sein Vermögen. Der Milliardär Lazaridis konnte es sich leisten, 100 Millionen US-Dollar in ein Forschungsinstitut für theoretische Physik einzuschießen und 50 Millionen Dollar für die Universität von Waterloo in der Nähe von Toronto zu spenden.

Falls es keine Handys mehr gibt …

«Mit Handys wird es in einigen Jahren so sein wie mit Faxgeräten: Es gibt sie vielleicht noch, aber wir werden sie nicht mehr brauchen», hat Lazaridis einmal gesagt. Bis dies eintrifft, ist damit zu rechnen, dass er Politgegnern und Wirtschaftskonkurrenten weiter Kopfzerbrechen bereitet.

yenivatan.at

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