Neue Mindestsicherung

Kürzungen für Familien, die sind davon besonders betroffen. Humanitäre Organisationen sind besorgt, Verfassungsrechtler äußern hingegen nur wenige Bedenken.

In mehr als der Hälfte der Haushalte mit Mindestsicherungsbeziehern und -bezieherinnen leben Minderjährige. Direkt betroffen sind rund 80.000 Kinder und Jugendliche, denn so viele der insgesamt 230.000 Menschen, die in Österreich von der Mindestsicherung abhängig sind, sind unter 18 Jahre alt. Das berichtete das Ö1-Morgenjournal am Donnerstag.

Davon sind fast 65.000 unter 14 Jahre alt, knapp 13.000 sind zwischen 14 bis 18 Jahren. Insgesamt waren somit im Vorjahr fast ein Drittel aller Mindestsicherungsbezieher Kinder und Jugendliche. Je nachdem, wie groß die von der Mindestsicherung abhängige Familie ist, in der sie leben, kommen auf sie nun Kürzungen zu. Ausnahme sind Kinder von Alleinerziehenden, für die es Zuschläge geben soll.

Mehr Kinder – Größere Einschnitte

Betrachte man aber eine Kernfamilie mit zwei Erziehungsberechtigten und einem Kind, so betrage das Minus pro Monat laut Regierungszahlen bis zu 70 Euro, rechnet das Ö1-Morgenjournal vor. In Haushalten mit zwei Kindern und beiden Eltern mit Mindestsicherung steige demnach das Minus auf bis zu 130 Euro im Monat, bei drei Kindern auf mindestens 160 Euro.

Das gilt aber nur für Familien mit ausreichenden Deutschkenntnissen oder österreichischem Pflichtschulabschluss. Bei fehlender Qualifikation summiere sich das monatliche Minus laut Arbeiterkammer im Durchschnitt auf mindestens 445 Euro bei einem Kind und über 580 Euro bei drei Kindern. Laut Ö1 könnte es aber in manchen Bundesländern auch zu höheren Einschnitten kommen.

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