Opferfest

Wir wünschen zum Opferfest und darüber hinaus viel Gesundheit, Glück , Erfolg für alle Menschen und für unsere neue Heimat Österreich.

Das islamische Opferfest ist neben dem Ramadanfest ‘Id-ul Fitr das bedeutendste Fest der islamischen Welt und wird am 10. Tag des Wallfahrtsmonats, am Ende des Hadsch, begangen und dauert vier Tage. Das Opferfest erinnert an die Bereitschaft Abrahams einen seiner Söhne zu opfern. Welcher der beiden Söhne Abrahams, Isaak oder Ismail, geopfert werden sollte wird jedoch im Koran nicht explizit erwähnt. Sowohl Isaak als auch Ismail haben im Islam eine große Bedeutung. Nach Koran 6, 84-87 gilt Isaak als Stammvater vieler Propheten und Gottesgesandten, während Ismail als Stammvater des Propheten Muhammad angesehen wird. Sowohl am ersten Morgen des Opferfests, als auch am ersten Morgen des Fastenbrechenfests wird die Moschee besucht, um dort das gemeinsame und besondere Gebete (Salat) dieses Festtages zu verrichten, welches aus zwei ruk’at besteht und die Besonderheit hat, dass die Ansprache (khutba) – meist durch den Imam – nach dem Gebet, und nicht wie beim Freitagsgebet vor dem Gebet, erfolgt. [1] Meist schließt sich an den Besuch der Moschee ein Besuch des Friedhofs an, um seinen verstorbenen Verwandten und Bekannten zu gedenken, ihnen Verse aus dem Koran vorzulesen und Bittgebete zu sprechen. Der restliche Tag wird genutzt, um die Verwandtschaft und Bekanntschaft zu besuchen. Dabei werden meist in großer Runde diverse Gerichte und Getränke angeboten. Man macht sich gegenseitig und oftmals auch den Bedürftigen Geschenke. Sowohl die Männer als auch die Frauen ziehen sich besonders schöne oder neue Kleidung an. Auch das Haus ist festgemäß geschmückt  und vollkommen aufgeräumt. Das Opferfest wird am zehnten Tag des islamischen Monats dhu l-hijja zelebriert und dauert drei bis vier Tage, obwohl dies Tradition und keine religiöse Vorschrift ist. Der erste Tag ist der eigentliche Festtag. Da der islamische Kalender einMondkalender ist, verschiebt sich das Opferfest und kann somit zu jeder Jahreszeit stattfinden. Dieses Jahr beginnt das Opferfest am 16.November und  endet am 20.November 2010.   Die meisten Europäer verknüpfen die Festtage vermutlich am ehesten mit der Tierschlachtung. Die Bedeutung und der wahre Hintergrund bleiben ihnen zumeist unbekannt und sie entwickeln sich ihr eigenenes und leider falsches Bild. Während des Opferfests gedenken die Muslime der koranischen Geschichte des Propheten Ibrahim, der seinen Sohn Ismail opfern wollte, um Gott seine absolute Hingabe zu beweisen. Ibrahim blieb viele Jahre kinderlos, flehte Gott um einen Sohn an und versprach ihm sogar diesen für ihn zu opfern, so sehr wünsche er sich ein Kind. Da gebar seine Frau Hagar einen Sohn mit Namen Ismail  und Ibrahim vergaß rasch sein Versprechen. Da befahl Gott ihm eines Nachts, seinen Sohn als Opfer darzubringen. Als Ibrahim dies voll Trauer Ismail erzählte, stimmte Ismail jedoch zu, dass Gottes Befehlen Folge geleistet werden müsse.

Als Gott dann sah, dass Ibrahim aus Gottesfurcht bereit war, seinen Sohn zu töten, hielt er Ibrahim vom Opfer ab und gestattete ihm stattdessen, einen Widder zu opfern. Als Ort des Geschehens wird in der islamischen Folklore entweder der Fels genannt, der heute das Fundament des Felsendoms in Jerusalem bildet oder eine Örtlichkeit nahe Mekka. Des Weiteren wird erzählt, dass Ibrahim mit dem Fleisch des Widders den Hunger der Bedürftigen stillte. Die Ähnlichkeiten mit der biblischen Erzählung von Abrahams Opfer sind offenkundig. Der Unterschied besteht darin, dass in der koranischen Gesichte Ismail, der Sohn Hagars und nicht Isaak der Sohn Saras geopfert werden soll. Für die Araber gilt Ismail als der Stammvater der Araber, durch diesen Hintergrund ist es daher logisch, dass Ismail und nicht Isaak das auserkorene Opfer ist. Diese Geschichte bildet den Grundstein für das heutige Opferfest, an dem es für alle Muslime weltweit verpflichtend ist, ein Tier zu schlachten, soweit es ihre Finanzlage dies zulässt. Das Opfer wird auf Arabisch qurban, auf Türkisch kurban genannt. Zumeist wird ein Schaf geschlachtet, indem es nach einem bestimmten Almanya Infodienst No. 2 4 Ritual unter Gebeten und der Anrufung Gottes geschächtet wird – eine Praxis, die für Nicht-Muslime in Europa und den USA problematisch ist.

Es ist Brauch, das Fleisch des Opfers an die Bedürftigen zu verteilen. Dies ist Teil der karitativen Grundethik des Islams. Aber auch Freunden und Verwandten soll man etwas vom Fleisch zukommen lassen. Darüber hinaus ist es üblich, wie auch beim Zuckerfest, einander Grüße und Segenswünsche zukommen zu lassen, z.B. persönlich, telefonisch oder per Post. Besonders beliebt sind mittlerweile auch e-cards, die per Internet verschickt werden. Hier bieten sich auch den Politikern

Möglichkeiten, die im letzten Kapitel erläutert werden. Am ersten Morgen des Opferfestes besuchen Muslime die Moschee, um gemeinsam zu beten. Darüber hinaus hören sie eine Festtagspredigt. Frauen sind hier eher selten anwesend, da sie zu Hause das Festtagsessen vorbereiten. In islamischen Ländern besucht man zumeist nach dem Gebet den Friedhof und rezitiert hier für die Verstorbenen aus dem Koran und spricht Bittgebete. Anschließend genießt man zu Hause das Festmahl und besucht Freunde und Verwandte, bei denen man meist ebenfalls zum Essen eingeladen wird. Hierbei ist es üblich, dass die Jüngeren die Älteren besuchen. Bis heute ist es ebenfalls üblich, den älteren Freunden und Verwandten die Hand zu küssen, dass in der orientalischen Welt ein Zeichen von besonderem Respekt ist. Dafür bekommt man zumeist ein in ein Taschentuch gewickeltes Geschenk – das meist aus Geld oder, für Kinder aus Süßigkeiten besteht. Wie bereits am Anfang erwähnt, bietet das Opferfest mit seiner zentralen Bedeutung für Muslime und für deutsche Politiker eine gute Gelegenheit, sich Moscheengemeinden in ihrer Kommune anzunähern.

Quelle: Kondrad Adenaur Stiftung

yenivatan.at

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