Serbien: Ein Land voller Genießer des türkischen Kaffees.

Die Geschichte dieses Binnenstaates in Südosteuropa ist durch seine Rolle als größter Teilstaat des ehemaligen Jugoslawien geprägt. Nach dem Zerfall wurde Serbien alleiniger Rechtsnachfolger und schließlich eine parlamentarische Demokratie mit einem Einkammerparlament.

Geografisch gesehen liegt Serbien inmitten von zahlreichen wunderschönen und für die heutige Wirtschaft zum Teil auch sehr bedeutsamen Staaten. Es grenzt im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an Mazedonien und Albanien, im Südwesten an Montenegro und im Westen an Bosnien und Herzegowina und schließlich auch an Kroatien. Serbien liegt also wirklich im Zentrum des Balkan. Kein anderes Land in dieser Region hat eine geostrategisch so wichtige Lage vorzuweisen. Die Bevölkerung setzt sich in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich zusammen, so leben in Zentralserbien überwiegend ethnische Serben, Rumänen und Bulgaren im Nord,- und Südosten. Die Türken bilden nur eine kleine Minderheit in den südlichen Gebieten des Landes. Dies macht Serbien zu einem Land, das von vielen verschiedenen und beeindruckenden Kulturen geprägt ist. Serbisch beziehungsweise Serbokroatisch wird fast überall im Land verstanden und gesprochen, aber auch die Sprachen der Minderheiten sind in den jeweiligen Gebieten als Amtssprache anerkannt.

Kulturhistorisch betrachtet entwickelte sich Serbien nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem zu orientalischen und westeuropäischen Orten. Bereits in der Frühzeit war das Gebiet des heutigen Serbien besiedelt. Hierbei spielte vor allem die „Vinča-Kultur“, die eines der ältesten Schriftsysteme hervorbrachte, eine bedeutsame Rolle. Weiters war Serbien des Öfteren ein so genanntes Grenzland wichtiger Imperien, wie zum Beispiel des Osmanischen Reichs und Österreich- Ungarn. Da dies natürlich seine Spuren hinterließ, kann man heute sagen, dass der Norden Serbiens etwas mitteleuropäischer angehaucht ist als der Süden. Das Byzantinische Reich hatte allerdings den größten Einfluss auf die Republik, dies findet sich in der Zentralregion der Serben wieder, da hier die meisten Menschen der Orthodoxen Kirche angehören. Daher haben auch die Klöster in Serbien im Allgemeinen eine große Bedeutung für das Land und die Kultur, der Großteil wurde bereits im Mittelalter erbaut. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Belgrad, Hauptstadt Serbiens, neben Paris und München eines der europäischen Zentren des Impressionismus. Die Architektur des Landes ist ebenso aufregend und vielfältig wie die Kultur. Vorherrschend sind die byzantinische Baukunst, aber auch der barocke und der orientalische Baustil. Belgrad, als Metropole, Verwaltungszentrum und Hauptstadt des Landes ist sehr zentral gelegen und zeigt ganz deutlich die dynamische Wirtschaftsentwicklung Serbiens anhand von wichtigen Faktoren wie Infrastruktur, Verkehr, Handel und Dienstleistungsunternehmen.

Die Serben tragen das Klischee eines temperamentvollen und vor allem auch tanzfreudigen Volkes. Deswegen ist das Nachtleben in diesem Land auch besonders beliebt und turbulent. Das einzigartige Flair in der Hauptstadt Belgrad steht anderen Metropolen dieser Welt um kaum etwas nach. Wenn man Glück hat, erlebt man dort zufällig eine serbische Hochzeit, wo es auch um einiges lebhafter zugeht, als man es von mitteleuropäischen Hochzeiten gewohnt ist. Ein einzigartiges Spektakel. Das kulturelle Angebot ist in Serbien allgemein ungewöhnlich vielfältig und auf sehr hohem Niveau. Die Küche in Serbien ist regional sehr unterschiedlich. Einige Nationalgerichte sind zum Beispiel Pihtije (Schwein oder Ente in Sülze), Prust (Parmaschinken) oder Raznjici (Fleischspieße). Wenn man in Serbien traditionell essen will, muss man auf jeden Fall mit einem Schnaps beginnen und mit einem solchen auch abschließen. Viele Serben sind sehr optimistisch und positiv eingestellt. Sie gehen häufig lebhaft miteinander um, jedoch stets mit Respekt. Fremden begegnen die Einheimischen meist sehr offen und freundlich. Wenn ein Tourist zum Beispiel nach dem Weg fragt, zeigen sich die meisten hilfsbereit. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass man sich auch als Tourist in diesem Land respektvoll verhält. Weiters zeichnen sich die Serben durch eine warmherzige und offene Gastfreundschaft aus, ähnlich wie man es aus der Türkei kennt. Eine Einladung wird in den seltensten Fällen abgelehnt, das Annehmen eines türkischen Kaffees gilt als ein Muss. An dieser Stelle ist es sehr interessant zu erwähnen, dass zum Beispiel die Griechen den eigentlich typischen türkischen Kaffee als griechischen bezeichnen, die Serben allerdings kein Problem damit haben, ihn als türkischen Kaffee zu bezeichnen. Geschichten zufolge trinken Serben fast ein wenig mehr oder zumindest gleich viel türkischen Kaffee wie die Türken selbst.

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