Rodeln und Bobfahren – nicht ohne Vorbereitung!

Mag. Markus Redl, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Bergbahnen, hat die Fragen der YENI VATAN GAZETESI ( Neue Heimat Zeitung) zur Situation in den Skigebieten rund um Wien sowie speziell zum Thema des Rodelns und Bobfahrens  exklusiv wie folgt beantwortet. 

Besuch der Skigebiete in Niederösterreich und angrenzender Steiermark ist nur bei vorheriger Online-Anmeldung möglich, alle Informationen unter www.sicher-skifahren.at

Niederösterreichische Bergbahnen’in Genel Müdürü Mag. Markus Redl

Was ist da am Semmering los, warum warnen Sie vor dem Besuch ohne gültigem Online-Ticket?

Marcus Redl: Aufgrund des harten Lockdowns sind sehr viele Menschen zuhause geblieben, die normalerweise in den Weihnachtsferien in Urlaub fahren. Die Skigebiete rund um Wien sind aber klein, haben zudem ihre Kapazitäten wegen COVID-19 um mehr als die Hälfte reduzieren müssen. Deshalb das verpflichtende Online-Ticketing. Das gilt nicht nur für den Semmering, wobei dort aber in den letzten Tagen und Wochen leider besonders gefährliche Situationen entstanden sind.

Welche gefährlichen Situationen am Semmering meinen Sie genau?

Redl: Es waren einfach teilweise zuviele Menschen da, die ihre Autos entlang der Landesstraße „wild“ geparkt hatten. Es sind dort aber keine legalen Stellplätze, es wurden leider zunächst auch Absperrungen des Straßendien stes zur Seite geschoben worden. Das ist jetzt aber durch massive Sperrgitter verunmöglicht worden. Die eigentlich öffentlich zugänglichen Rodelwiesen der Gemeinde musste der Bürgermeister schon in der Nacht vom 25. auf 26. Dezember mit Sperrgittern wegen Überfüllung abzäunen. Am 27. Dezember hat der Bürgermeister dann diese Rodelwiesen komplett gesperrt. Wir haben uns am 30. Dezember erstmals an „Yeni Vatan Gazetesi“ bzw. die Türkische Kulturgemeinde in Österreich gewandt, um auf diese schwierige Situation hinzuweisen.  Es war dankenswerteres hilfreich aber trotzdem sind dann Menschen mit Holz-Rodeln, Plastik-Bobs und einfach auch Plastikteilen auf jedem kleinsten Schneefleck zwischen den gesperrten Rodelwiesen unterwegs gewesen, teilweise auch in der Nähe eines Speicherteiches und der Landesstraße, also in einem völlig ungeeigneten und sehr gefährlichen Gelände. Es ist nach Auskunft der Alpinpolizei zu mehreren und auch schweren Rodelunfällen gekommen.

Waren das Menschen aus der türkischen Community?

Redl: Die Verletzten haben größtenteils Migrationshintergrund, das ergibt sich einfach daraus, dass laut Exekutive rund 70 % bis 80 % der Gäste außerhalb des Skigebietes, also auf den öffentlich zugänglichen Rodelwiesen, Migrationshintergrund hatten. Gastgeber am Semmering berichten von vielen netten Begegnungen, auch mit Großfamilien aus der türkischen Community. Aber wir sind in einem harten Lockdown, es ist problematisch, wenn sich Grüppchen bilden. Die Polizei weiß ja nicht, wer in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Die Ausrüstung der Gäste, zum Beispiel das Schuhwerk, war leider nicht immer passend für die winterlichen Bedingungen. Auch wird gerne die Geschwindigkeit unterschätzt. Doch kommt es bei Rodeln und Bobfahren leider schnell zu Verletzungen, von der Schulter bis zum Sprunggelenk, aber auch am Kopf und der Wirbelsäule. Deshalb sollte ein Sturzhelm getragen werden.

 

Was raten Sie den Menschen, die an freien Tagen Erholung in den Bergen rund um Wien suchen?

Redl: Wir raten nur für sportliche Betätigung in ein Skigebiet zu fahren und unbedingt Tickets im Vorhinein online zu buchen. Eine gute Übersicht bietet www.sicher-skifahren.at oder auch www.pistennavi.at Manche Skigebiete bieten auch eigene Rodelbahnen an, verleihen Rodeln und Bobs, da bekommt man auch Tipps. Für Kinder sind beispielsweise die Erlebnisarena St. Corona am Wechsel oder die Wunderwiese in Puchberg am Schneeberg sehr gut geeignet. Der Besuch eines Skigebietes, um dort spazieren zu gehen oder im Schnee zu spielen, ist gerade jetzt während des harten Lockdowns nicht zu empfehlen, weil die Liftparkplätze für die Gäste des Skigebietes reserviert sind. Die wenigen öffentlichen Stellplätze sind meist überlastet.

Wie geht es jetzt mit den öffentlichen Rodelwiesen auf Gemeindegrund am Semmering weiter?

Redl: Der Bürgermeister wird ab heute Montag eine der beiden gesperrten Rodelwiesen, nämlich die Panhanswiese, probeweise wieder in Betrieb nehmen. Securities werden das Areal überwachen. Das ist aber von der Gemeinde als Angebot an die Ortsbevölkerung und die Zweitwohnsitzer gemeint, denn für mehr als 180 Gäste ist dort einfach nicht Platz. Die zweite Rodelwiese beim Soldatenfriedhof bleibt gesperrt. Es ist für alle Beteiligten keine einfache Situation. Wir freuen uns über jeden Gast, und insbesondere über Familien, die den Schneesport neu für sich entdecken. Unter normalen Umständen können wir in unseren Skigebieten und Bergorten mehr Gäste aufnehmen, aber das ist während der Pandemie leider nicht möglich.

Viele Dank.

Redl: Vielen herzliche Dank.

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