ANGEZÜNDET

Immer mehr Jugendliche neigen nun auch schon öfter Mädchen- zu Taten, die zur Verletzung des Gegenübers beitragen, sowohl seelisch als auch körperlich. Ein besonders aktuelles Beispiel liefert der Fall aus Graz. Es wurde bei einem muslimischen Schulmädchen, welches ein Kopftuch getragen hat, ein Exempel dargestellt. Ihr Kopftuch wurde von zwei Mitschülerinnen angezündet.

„Unser Lern- und Schulklima ist geprägt durch interkulturelles Miteinander, individuelle Förderung und die Bereitschaft miteinander zu arbeiten.  Akzeptanz und Wertschätzung untereinander sind uns wichtig“ – so heißt es im Leitbild der Schule der Caritas in Graz. Doch von „interkulturellem Miteinander, Akzeptanz und Wertschätzung“ kann nicht die Rede sein, wenn das Kopftuch einer muslimischen Schülerin von zwei ihrer Mitschülerinnen angezündet wird.

Die Schulleitung habe erst am Nachmittag vom Vorfall desselben Tages von der Mutter des Opfers erfahren. Der Mutter des Opfers wurde nahegelegt Anzeige zu erstatten. Die Direktorin der Schule war der Meinung, dass dieser Vorfall nichts mit der Religionsangehörigkeit zu tun hat und rein aus „persönlichen Differenzen“ passiert ist. Warum musste dann die religiöse Kopfbedeckung daran glauben?

Das Mädchen wurde zuerst von den beiden Schülerinnen bedrängt und anschließend wurde ihr Kopftuch angezündet. Evelyn Awad verwies beide Schülerinnen der Schule, da ihrer Meinung nach das „Ziel der Einsicht nicht erreicht“ werden konnte. Damit soll darauf hingewiesen werden, dass die Schülerinnen sich bei ihrer Mitschülerin nicht wie verlangt entschuldigt haben. Das Ziel der Einsicht ist dennoch fraglich, da die Direktorin selbst auf einem nicht nachvollziehbaren Grund, den persönlichen Differenzen, festhielt. Jugendliche erwarten immer einen Grund für das, was Erwachsene von Ihnen verlangen. Demnach müsste das “Ziel der Einsicht“ klar definiert werden um diese zur  erwünschten „Einsicht“ zu leiten. Mangelnde Einsicht mit der Folge von Schulverweis ist keine Gegenmaßnahme, sondern stellt, laut psychologischer Überlegungen, einen weiteren Grund für weitere Taten an dem Opfer beziehungsweise Mitglieder derselben Glaubensgemeinschaft, dar.

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In welchen Konflikten stehen Kinder und Jugendliche heute?

Die seelische Entwicklung der Jugendlichen wird stark von der Umwelt, in der sie Leben, beeinflusst. Das Elternhaus (autoritäre oder unautoritäre Erziehung? bewusste oder unbewusste religiöse Erziehung? etc.) spielen eine große Rolle. Unter anderem tragen auch die Medien (Fernsehen, Video, Computer, Zeitschriften), die Schule und Freizeit (Freunde, Vereine) zur seelischen Entwicklung bei. Die Jugendlichen leben oft nach dem Lustprinzip, nach dem Motto „Wenn ich nicht will, mache ich es nicht, wurscht ob ich muss oder nicht.“ Es fehlt an Selbstdisziplin. Im Besonderen fehlt es den Jugendlichen an Durchhaltevermögen. Das fehlende Erfolgsbewusstsein führt zur Unzufriedenheit und zur Sinnlosigkeit. Letztendlich ödet die Jugendlichen alles an.

Die Leistungsgesellschaft überfordert die Jugendlichen in ihrem täglichen Denken und Handeln. Die Werte, Normen und „Regeln der Gesellschaft“ werden hauptsächlich von Erwachsenen vermittelt. Dennoch ist dies keine Garantie dafür, dass die Jugendlichen das Vermittelte verinnerlichen. In der heutigen Gesellschaft steigen die Konfliktsituationen, mit denen die Jugendlichen konfrontiert werden, stätig an. Die Rolle der Erwachsenenwelt, die sich in der Mangelhaftigkeit in der Beantwortung der Fragen und Zuwendung manifestiert, ist immens. Die Selbstfindung findet somit in der Welt der Gleichaltrigen statt. Es heißt, „ Nur nicht aus der Reihe tanzen!“.

Die Sprecherin der islamischen Glaubensgemeinschaft, Carla Amina Baghajati, brachte es auf den Punkt bezogen auf den Fall in Graz und meinte, dass dieser Vorfall als „Weckruf“ verstanden werden sollte. Es wurden „alle roten Linien“ mit dieser Aktion überschritten – es wird schnellste Handlung erwartet.

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