Frauen, Ausländer und Ältere benachteiligt bei neuer AMS-Bewertungsmethode?

Zukünftig werden Arbeitssuchende beim AMS in drei Kategorien unterteilt. Dabei spielen auch das Geschlecht und die Staatsbürgerschaft eine Rolle bei der Zuweisung.

Die Chancen am Arbeitsmarkt in Österreich sind nicht für alle gleich und abhängig von Faktoren wie dem Bildungsgrad, Karriere, Familienstand (Kinder), Staatsbürgerschaft, Geschlecht usw. Aus diesem Grund möchte das AMS in Zukunft die Arbeitssuchenden per Algorithmus bewerten. Demnach wird es drei Kategorien geben: jene mit niedrigen, mittleren und hohen Chancen am Arbeitsmarkt.

Niedrige Chancen am Arbeitsmarkt bedeutet, dass das Programm eine geringere Chance als 25 Prozent errechnet, dass der Arbeitssuchende binnen zwei Jahren für sechs Monate eine Beschäftigung finden wird. Eine genaue Erklärung zu Errechnung dieser Kategorien und Chancen veröffentlichte das AMS, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen.

Negativ auswirkende Faktoren
Der bisher ausgeübte Beruf, bisherige Arbeitslosigkeit, Ausbildung, sowie der Ort, in der eine Arbeit gesucht wird, spielen in den Algorithmus hinein. Bisher alles relativ nachvollziehbar, allerdings sorgte die Tatsache, dass auch das Geschlecht, Alter und die Staatsbürgerschaft miteinberechnet wird. Frauen, älteren Personen, sowie Drittstaatsangehörigen werden dann automatisch schlechtere Perspektiven errechnet.

Das AMS verteidigt die Errechnungsmethode damit, dass die Software nur eine Prognose über die Chancen am Arbeitsmarkt geben soll und dies sei nur möglich, wenn man alle Faktoren realistisch berücksichtige.

„Keine Diskriminierung“
Die Testphase für die Algorithmus startet ab 2019 und im gesamten kommenden Jahr wird die Einteilung in eine der Kategorien noch keine Konsequenzen haben. Ein Jahr darauf könnte es jedoch sein, dass bestimmte Gruppen spezielle Förderungen bzw. Programme bekommen.

Allerdings ist das Ganze noch nicht in Stein gemeißelt, da das AMS neue Betreuungskonzepte und andere Maßnahmen testet. Das Arbeitsmarktservice betonte mehrmals, dass keine Diskriminierung aufgrund der Einteilung in die drei Gruppen erfolgen werde.

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