Wien Wahlen 10.10.2010: Wo sind die Staatsmänner?

Kopftuch, Minarette, – das sind die Themen, welche bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen 2010 auf eine heuchlerische und skrupellose Weise mit einer Doppel- bis Dreifachmoral, sowie währender Unbeständigkeit diskutiert werden. Die Trennung zwischen Kirche und Staat (=Säkularismus) - was für aufgeklärte ÖsterreicherInnen und MigrantInnen eigentlich genau so lebenswichtig ist wie frischer Sauerstoff - sollte in einem Rechtsstaat eigentlich selbstverständlich sein!

Kopftuch, Minarette, – das sind die Themen, welche bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen 2010 auf eine heuchlerische und skrupellose Weise mit einer Doppel- bis Dreifachmoral, sowie währender Unbeständigkeit diskutiert werden. Die  Trennung zwischen Kirche und Staat (=Säkularismus) – was für aufgeklärte ÖsterreicherInnen und MigrantInnen eigentlich genau so lebenswichtig ist wie frischer Sauerstoff – sollte in einem Rechtsstaat eigentlich selbstverständlich sein! Die Unwissenheit über das Thema von politischen Parteien, Politikern, Verbänden, Medien oder Kirchen in Österreich gepaart mit Machtbesessenheit gibt Ihnen noch lange nicht das Recht auf die Politisierung des Glaubens als Instrument zum Akquirieren von Wählerstimmen zurückzugreifen. Politisierter Glaube ist eine Gefahr für die Demokratie in Österreich und für alle wahren, gläubigen Menschen, egal ob Juden, Christen, Moslems. Auch für die Atheisten oder Agnostiker.  Diese Vermischung ist daher strikt abzulehnen und nicht vertretbar!Ich, als  überzeugter österreichischer säkularer und aufgeklärter Moslem mit türkischer Herkunft, erhebe Einspruch gegen „den politischen Islam“  aber nicht gegen den Glauben „Islam“ der im Koran festgeschrieben wurde.

Es tuchen selbsternannte „Vertreter“ der  500.000 Muslime in Österreich auf staatlichen Empfängen gegenüber Institutionen und Behörden auf erzählen einseitig ahnungslosen Politikern,  wie im  Märchen von 1001 Nacht,  zu erzählen „was der Islam ist“,  bzw. aus ihrer konservativen Sichtweise sein soll.  Die „politischen Islamanhänger“, nicht nur aus der Türkei, sondern auch aus Ländern des Nahen Ostens haben hier eine große Bühne samt Publikum bekommen und liefern eine Darbietung,  in der Politik und Religion vermischt werden. Unter dem Deckmantel des Dialogs und der Toleranz einen politisch-islamischen Hybrid salonfähig zu machen, wurden bereits mächtige Strukturen in Österreich aufgebaut. Diese haben bereits einen enormen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die selbsternannten Vertreter der konservativen-islamischen Strömung verbreiten eigentlich den traditionellen bzw.  politischen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Osten beruht –  nicht den wahren Islam, der im Koran festgehalten und vom Propheten Mohammed verkündet wurde, wonach das Nutzen des Verstandes und der Vernunft als absolutes Muss vorgeschrieben wurde: „Gott sendet seinen Zorn über Jene, die ihre Vernunft und Ihren Verstand nicht gebrauchen mögen“ Sure 10, Vers 100. Ich stelle eine ganz simple Frage: Was benützen die Muslime denn am wenigsten? Ist den Vertretern der politischen-islamischen Strömung überhaupt klar, woher die Quelle des „Zorns“ auf den Menschen der muslimischen Glaube kommt? Die Antwort auf diese Frage steht ebenfalls im Koran. Die aktuelle Situation ist dadurch bedingt, dass sie sich vom Weg, den Verstand und die Vernunft im Interesse des Gemeindewohls zu nutzen, immer weiter entfernen.

Was machen die selbsternannten Vertreter der politisch-islamischen Strömung? Sie schrecken nicht einmal davor zurück,  sich (fast marktschreierisch) unmittelbar und unverschämt in die österreichische Tagespolitik, wo ebenfalls die Mischung von Religion und Politik an der Tagesordnung steht, einzumischen. Die autochonen österreichischen Politiker/-innen bedienen sich aus dem gleichen konservativen Topf der potenziellen Wählerschaft indem man politische Funktionäre aus den eigenen Parteien zu Moscheevereinen schickt. So als ob es ganz üblich wäre, ihre Partei und Ihre politischen Ansätze in einem Gebetshaus vorzustellen und Wählerstimmen zu lukrieren.  Ist es Ihnen gestattet so etwas vor oder nach dem Sonntagsgebet in den Kirchen mit Zustimmung des Priestertums zu tun? Nein, natürlich nicht. Aber warum tun sie bei den Muslimen, als wäre es selbstverständlich wie beim Besuch der „Volkstheater“, „Akademietheater“  oder „Burgtheater“?  Muss man nicht aber gegen dieses  „Affentheater“  Einspruch erheben. Ich erhebe hiermit Einspruch.

Die Gefahr für das gesellschaftliche Zusammenleben in Österreich geht nicht primär vom rechten Lager aus, denn da wissen wir, wie sie denken und was sie sind. Die größere Gefahr geht von jenen aus, welche die Religion für ihre niederen Zwecke missbrauchen. Dabei kann man nicht oft genug betonen, dass nicht die Religion das Problem ist, sondern die politischen Islamanhänger, welche die Politik als Bühne zur Verbreitung ihrer gefährlichen Überzeugungen missbrauchen.Die Trennung von Staat und Kirche in Österreich setzt eine Gleichbehandlung aller Religionsgemeinschaften voraus, und ist gleichzeitig eine der demokratischen Grundwerte eines Rechtsstaates.  Die bitteren Auswirkungen, welche sich aus der Vermischung von Politik und Religion ergeben können sind in diesem Land bereits auf dem Vormarsch und für Menschen, welche Politik nicht als wichtiges Attribut im Leben wahrnehmen, ein unsichtbares Virus der sich rasend schnell und rasant ausbreitet.  Daher lade ich alle 500.000 Menschen mit islamischen Glauben in Österreich ein, gegen den Missbrauch des islamischen Glaubens Einspruch zu erheben. Niemand darf und soll sich als Vertreter der Muslime, oder gar als Vertreter Gottes in Österreich darstellen. In der islamischen Religion existieren laut „Koran“ – im Unterschied zum Christentum – zwischen Gott und Mensch keine geistlichen Würdenträger. Sogar der Prophet hat keine Wächterrolle. Aufgeklärte Muslime möchten in Österreich keine Vermittler und kein Sprachrohr, welches den Glauben für politische Zwecke instrumentalisiert, um eigene Sekten, Parteien, und ausländische Regierungsinteressen in Österreich zu vertreten. Österreich darf kein Hinterland und Nährboden für die oben genannten Gruppierungen und Institutionen werden.  Die Gebetshäuser allgemein aber besonders Moscheen sollten nur Orte des Gebets sein und nicht Hinterzimmer parteipolitischer Interessensverfolgung.  „Die Weitsicht eines Politikers reicht nur bis zur nächsten Wahl, ein Staatsmann blickt bis zur nächsten Generation“, sagte einst Thomas Jefferson.  Da ohne Einspruch keine Ansprüche gestellt werden können, erhebe ich im Namen der aufgeklärten säkularen Menschen in diesem Land Einspruch. Lasst Staatsmänner an Stelle von kleinkarierten Politikern agieren! Doch wo bleiben diese Staatsmänner?

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